Im Alter lässt der Geist nach, ist das so?
Zusammenfassung: Diese Meinung ist heute widerlegt. Wenn wir aus der Alltagsroutine ausbrechen, spielerisch Neues probieren und unser Gehirn regelmäßig und mit Spaß trainieren, erhalten wir unsere geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter. Der PC ist dabei ein nützliches mentales Fitness-Studio - spannend und sehr unterhaltsam.
Hartnäckig hält sich die Meinung, dass die geistige Leistungsfähigkeit im Alter unaufhaltsam nachlässt. Alte sind vergesslich, unflexibel und alles geht viel langsamer. Dass die so aktive und dynamische Jugend dies glaubt, sei ihr gegönnt.
Aber Sie sollten das nicht glauben. Denn es ist wissenschaftlich eindeutig widerlegt. Es ist zwar eine Tatsache, dass das Risiko des geistigen Verfalls im Alter steigt, nur hat das nichts mit biologischen Ursachen zu tun (Krankheiten einmal ausgeschlossen).
Dazu muss man ein wenig wissen, wie unser Gehirn grundsätzlich funktioniert:
Wir haben so viele Gehirnzellen in Überfluss, dass wir sie niemals nur annähernd nutzen werden.
Eine Zahl, die man sich nicht vorstellen kann: Es gibt mehr Möglichkeiten der Verknüpfung in einem einzelnen Gehirn, als es Atome im Universum gibt. Neue Zellen und Verbindungen bilden sich auch im Alter - im Gegensatz zur früheren Meinung. Es sieht so aus, als ob alles, was wir jemals erlebt, gesehen und gelernt haben, auch tatsächlich gespeichert ist.
Ein sichtbares und geradezu unglaubliches Beispiel dafür, sind die sogenannten Savants (ein Kunstwort, das so viel wie "die Wissenden" bedeutet). Savants haben unglaubliche Merkfähigkeiten. Stephen Wiltshire zum Beispiel wird mit dem Hubschrauber in zehn Minuten über eine Stadt geflogen und kann nachher jedes Haus, jede Straße, jede Einzelheit, wie etwa die Zahl der Fenster nur aus dem Gedächtnis zeichnen. Alles stimmt, die Straßen, die Bäume, selbst die Perspektive ist völlig korrekt wiedergegeben.

Oder Kim Peeck. Er ließt ein Adressbuch in etwa 45 Minuten (gleich zwei Seiten auf einmal, damit es nicht langweilig wird) und kann dann jeder Telefonnummer den Namen zuordnen.
Nun werden Sie sagen, das sind Ausnahmetalente, eben Genies. Das völlig Überraschende ist, dass Savants ganz normale Gehirne haben, denen nur etwas fehlt. Sie haben einen Defekt! Der sogenannte Corpus Callosum, der die linke und rechte Gehirnhälfte verbindet, ist gestört.
Savants haben kein schönes Leben, ja im Alltag sind sie im allgemeinen völlig hilflos. Woran liegt das? Sie können nicht verhindern, dass sie alles was sie sehen, sich auch merken - für immer. Jedes Detail, jedes Bild, jedes Wort. Diese Fülle lässt sich bei Ihnen nicht sinnvoll verarbeiten, weil die Verbindung zur linken Hirnhälfte nicht funktioniert. Sie sammeln keine Erfahrungen für ihre Handlungen, die sie lebenstüchtig machen würden.
Wenn Sie vor dem Überqueren einer Straße ein Auto von links kommen sehen, warten Sie bis es vorbei ist. Sie wissen: Ein fahrendes Auto ist gefährlich! Ein Savant kennt kein "gefährliches Auto" als abstrakten Begriff. Er sieht den roten Golf wie er ist. Kommt dann ein blauer Opel, kann er keinen Zusammenhang zu der allgemeinen Gefahrensituation herstellen. Aber die Savants wissen, dass vor 14 Tagen um 12:30 ein roter Golf und vor 12 Tagen ein blauer Opel gekommen ist. Dieses Wissen haben Sie sicher nicht.
Und genau darin liegt der Schlüssel: Dieses abstrakte Wissen hat zwei Seiten, eine gute und eine schlechte. Erst die gute Seite:
Ohne die Möglichkeit zu abstrahieren, wären wir völlig lebensuntüchtig.
Ein großer, wenn nicht der meiste Teil unseres Handelns beruht auf gemachten Erfahrungen und der richtigen Reaktion darauf. Das läuft sogar in den meisten Fällen unbewusst ab. Nur so können wir in der komplexen Welt einigermaßen erfolgreich überleben. Man nennt diese Funktion "Filter" und verantwortlich dafür ist die linke Gehirnhälfte. Völlig unbewusst wird Unwichtiges nicht registriert. Im obigen Beispiel ist es völlig belanglos, ob das Auto rot oder blau war, oder ein Golf oder ein Opel Astra. Unser Filter sagt uns: Das kannst Du getrost vergessen. Und so "vergessen" wir es auch. Es ist uns nahezu unmöglich, die Erinnerung daran wieder herauszuholen.
Jetzt kommt die schlechte Seite: Mit zunehmendem Alter und Erfahrung haben wir immer mehr solche Handlungsautomatismen gesammelt. Ein immer größerer Teil unseres Lebens läuft mehr oder weniger unbewusst automatisch ab. Und noch viel schlimmer: Aufgrund von schlechten Erfahrungen vermeiden wir es, uns in neue Situationen zu begeben, für die wir noch kein Handlungsmuster haben. An die Stelle der Neugier tritt die Routine. Das ist der wahre Grund, für das, was wir leichthin "geistigen Leistungsabfall" im Alter nennen.
Was ist die Lösung?
Der Abenteuerurlaub oder Grenzsportarten bieten sich aus physiologischen Gründen nicht an, zumal sie objektiv riskant sind. Unser Gehirn will zwar - wie die Muskeln auch - ständig trainiert werden, aber man kann das auch ohne Risiko für die körperliche Unversehrtheit tun.
Der Erfolg dieses Trainings, das uns heute unter vielen Namen begegnet, wie Gehirnjogging, Neurobics oder einfach Gehirntraining, ist schon lange nachgewiesen und kann tatsächlich geistigen Leistungsabfall vermeiden helfen (wie immer schließen wir hier echte Krankheiten aus, dafür ist der Arzt zuständig).
Gehirntraining muss man regelmäßig machen - sonst hilft es nichts.
Einmal Joggen ertüchtigt den Körper auch nicht. Das ist eine Binsenweisheit, die aber auch für das Gehirn gilt. Im Alltag heißt Gehirntraining, immer wieder neue Situationen suchen, indem man etwas Gewohntes mal eben "bewusst" anders macht. Oder etwas Neues erlernt. Es gibt dazu ein Fülle von Anregungen, die man für sich umsetzen kann. Bei allem ist aber eines wichtig:
Gehirntraining muss Spaß machen und spielerisch sein - sonst wirkt es nicht.
Eine wirklich gute Anregung sind dabei Übungen, die man mit Spaß und Spannung am PC machen kann. Hier bietet sich zusätzlich der sportliche Aspekt durch das Punktesystem und die Beobachtung der Erfolgs durch die Auswertung. Der peds-Braintrainer zum Beispiel bietet wissenschaftlich basierte, ausgeklügelte und vor allem unterhaltsame Übungen für das Gedächtnis, die Konzentration oder die Feinmotorik und ist ideal für das regelmäßige Training zu Hause. Auf dieser Webseite finden Sie unter "Gedächtnistraining" beispielhaft als Anregung immer wieder ein paar neuer Online - Übungen aus dieser Software.
Opfern Sie einfach ein paar Minuten am Tag für ihr wichtigstes Organ.
Dipl.Math. Friedrich Haugg - peds Gedächtnistraining bei sencity
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